| PRESSEINFORMATION 28.01.2004
Gekürt zum Friedhof des Monats: Die Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg kürt erstmalig bedeutende Friedhofsanlagen. Zum 15-jährigen Bestehen der Stiftung, die sich für den Erhalt und die Pflege historischer Grabdenkmäler auf den Friedhöfen engagiert, startet auf der stiftungseigenen Homepage (www.stiftung-historische-friedhoefe.de) zum ersten Februar eine monatliche Reihe, die bedeutende Anlagen vorstellt. Den Auftakt bildet ein landschaftlich und kulturgeschichtlich äußerst reizvolles Beispiel aus dem Havelland: Der Friedhof der Evangelischen Kirchengemeinde zu Rathenow. Direkt am Havelufer gelegen, neben der alten Feuerwehr befindet sich der Haupteingang zur 19 Hektar großen Anlage, die sich terrassenartig über den alten Weinberg ausbreitet und im sogenannten Waldfriedhof ausläuft. Ein Spaziergang über das Gelände, dessen ältester Kern 1735/40 im Zuge der Errichtung der Neustadt angelegt wurde, läßt das Herz eines jeden Naturfreundes, Heimatkundlers und Kunstliebhabers höher schlagen und lädt zum entspannten Verweilen und Entdecken ein. Anhand der unzähligen Gräber vergangener Tage läßt sich so einiges über die Geschichte der Stadt erfahren. So liegen dort die für die Entwicklung der Optikindustrie so bedeutenden Familien Duncker und Busch begraben sowie mehrere hochrangige Soldaten aus Rathenows Zeit als Garnison der Zietenhusaren, wie z.B. der General der preußischen Kavallerie Heinrich von Rosenberg. Es finden sich überall noch gut erhaltene Grabmäler aus den unterschiedlichsten Materialien und Formen, die über den geschmacklichen Wandel und die Bestattungskultur vom 18. Jahrhundert bis heute Auskunft geben. Ein kunsthistorisch besonders herausragendes Beispiel schmückt die Grabstätte der Familie Gebauer: Eine Bronzefigur des bedeutenden Bildhauers Dammann in Gestalt eines unter seinem Stock zusammenbrechenden, in die Knie sinkenden Wanderers. Besonders hervorzuheben und sehenswert sind darüber hinaus die Friedhofsbauten. Ein weiteres architektonisches Highlight bildet die auf der Anhöhe gelegene Friedhofskapelle aus dem Jahre 1914-17, deren Turmspitze seit dem Krieg leider zerstört ist. Beim Verlassen der Kapelle wird dem Besucher ein unvergessliches Naturerlebnis zuteil, wenn sein Blick entlang der alten Sichtachse in die weite, helle Ferne schweift. (2909 Zeichen inkl. Leerzeichen) ----------------------------------------------------- Für Bildmaterial und weitere Kontakte/ Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung: Yvonne Zimmerer Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin- Brandenburg c/o Atelier Fischer Bergmannstr. 44 10961 Berlin-Kreuzberg Tel.: 698 117-30 Mobil: 0160 - 91 91 19 88 Fax: 698 117-99 |