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MEDIENINFORMATION 12.05.04 Pressetermin auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf am 14. Mai, 11.00h Aufnahme der Restaurierungsarbeiten am denkmalgeschützten "Grabmal Wissinger" (1920/21) von Max Taut und Otto Freundlich Das expressionistische "Grabmal Wissinger" (1920/21) ist eines der bedeutendsten Denkmäler auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Infolge des orkanartigen Sturmes, der 2002 über den Südwestkirchhof fegte und weiteren Witterungsfolgen, erfuhr das bizarr geformte Erbbegräbnis massive Beschädigungen, die nun behoben werden. Entworfen wurde das Grabmal von Max Taut (Architekt), der am 15. Mai seinen 120. Geburtstag feiert. Das Bauwerk verkörpert die mystisch-utopische Gedankenwelt der frühen 20er Jahre und irritierte damals wie heute alle Sehgewohnheiten. Seine filigrane Rahmenkonstruktion aus Stahlbeton und Tuffstein überspannt in offenen Bögen die liegenden Grabplatten. Es erinnert an gotische Sakralarchitektur, veranschaulicht gebaute Architekturphantasien und bricht mit den herkömmlichen Traditionen der Grabmalskunst. Eine der liegenden Grabplatten schuf der Bildhauer Otto Freundlich. Seine expressive Plastik wurde 1923 aufgrund von Protesten durch die Synode entfernt und ist bis heute verschollen. Als Beispiel für "entartete Kunst" stellten die Nationalsozialisten Freundlichs Skulpturen 1937 in ihrer gleichnamigen Ausstellung aus. Der Bildhauer starb 1943 im polnischen Konzentrationslager Lublin-Maidanek. Nachdem das Erbbegräbnis Wissinger von den Nachfahren der Berliner Kaufmannsfamilie aufgegeben worden war, wurde es nach Jahren der Überwucherung und Vernachlässigung 1985 wiederentdeckt. Das Architekturbüro Christoph Fischer leitete 1987/88 die erste Restaurierung und stoppte den damals schon stark fortgeschrittenen Verfall. Erneut restauriert wird das "Grabmal Wissinger" nun im Auftrag der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg mit großzügigen Zuwendungsmitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (DKLB). Unterstützt werden die Maßnahmen durch die Grabpaten Heike und Ludger Pieper unter Einbeziehung der Auszubildenden der Knobelsdorff-Schule, Berlin. Als Gesamtkosten der Restaurierungsmaßnahme sind ca. 25.000 Euro veranschlagt, die zum überwiegenden Teil von der DKLB getragen werden. Aus diesem Anlass findet am Freitag, 14.05.04, 11.00h auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf im Infocafe am Haupteingang, Bahnhofstr., 14532 Stahnsdorf ein Pressetermin statt, zu dem wir Sie herzlich einladen! Im Anschluss folgt ein gemeinsamer Foto-Spaziergang zum Grabmal. Folgende Referenten sind anwesend: Dr. Arne Ziekow (Konsistorium der Ev. Landeskirche und stellvertr. Vorsitzender der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in B-B); Olaf Ihlefeldt (Friedhofsverwalter und Vorsitzender des Fördervereins Südwestkirchhof Stahnsdorf e.V.); Christoph Fischer (Leitender Architekt, Fachbeirat der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in B-B sowie Herausgeber der 1989 im Gebr. Mann Verlag erschienenen Publikation zum "Grabmal Wissinger"), Heike Pieper (Grabpatin und Leiterin der Knobelsdorff- Schule, Oberstufenzentrum 1, Berlin). _____________________________________________________________ Informationen und Bildmaterial:
Yvonne Zimmerer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg,
Email: zimmerer@stiftung-historische-friedhoefe.de,
www.stiftung-historische-friedhoefe.de, Zum Download von Bildmaterial klicken Sie bitte hier. Über eine kurze Ankündigung Ihrer Teilnahme würden wir uns freuen!
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