Presseinformation 18.11.2003

 

Denkmäler auf Friedhöfen vom Verfall bedroht

Ein ABM-Projekt auf den Friedhöfen in Kreuzberg sichert den Erhalt historischer Grabstätten

Im Auftrag der Evangelischen Kirchengemeinde Hl. Kreuz-Passion läuft seit September diesen Jahres in Absprache mit der Denkmalpflege ein ABM-Projekt zur "Inventarisierung und Sicherung historischer Grabstätten" auf den Friedhöfen in der Bergmannstraße und am Halleschen Tor in Berlin-Kreuzberg.

Das ABM-Team setzt sich aus einem leitenden Architekten, je einem Dachdecker, Maurer und Stukkateur sowie drei Bauhelfern zusammen. Neben der Instandsetzung und Reparatur der Friedhofsmauern stehen vor allem Bestandssicherungsmaßnahmen an Mausoleen, Wandgräbern und Erdbegräbnissen auf dem Programm: Es werden einfache Schutz- bzw. Notdächer errichtet, umgefallene Grabsteine und Gitterumfassungen aufgerichtet und gereinigt sowie Mauerwerk ausgebessert.

Auf beiden Kreuzberger Standorten befinden sich unzählige historische Grabstätten von künstlerisch hohem Stellenwert, welche die Begräbnisorte bedeutender - wenn auch heute oft vergessener- Persönlichkeiten der Berliner Stadtgeschichte aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Wissenschaft markieren. So liegen auf den Kreuzberger Friedhöfen der Augenarzt Carl F. von Graefe, nach welchem der Graefekiez benannt ist, ebenso begraben, wie der Papierfabrikant Max Krause oder der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy.

Sofern es sich nicht um Ehrengräber handelt, deren Erhalt und Pflege das Land Berlin sichert, sind diese Denkmäler zunehmend vom Verfall bedroht. Mangelnde Sensibilität, Krieg und Teilung der Stadt, Umwelteinflüsse, Vandalismus und mangelnde Pflege haben in vielen Fällen tiefe Spuren an den Denkmälern hinterlassen.

In der Regel sind die Nutzungsrechte der Gräber abgelaufen und Nachfahren, die für Erhalt und Pflege aufkommen könnten, existieren nicht mehr. Somit befinden sich viele der historisch oder kunsthistorisch wertvollen Grabstätten in der Obhut der Friedhofsträger, die den Unterhalt auf Grund der sinkenden Bestattungszahlen und damit der geringeren Einnahmen kaum mehr bestreiten können.

Ein großer Teil der bisher erfolgten Sicherungsmaßnahmen auf historischen Friedhöfen in Berlin und Brandenburg wurde durch die 1989 gegründete "Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg" initiiert. Dabei wurden die Maßnahmen finanziell gefördert durch Mittel der "Stiftung Deutsche Klassenlotterie", des Landesdenkmalamtes und anderen öffentlichen Sonderprogrammen.

Als Ergänzung zu den restauratorischen Facharbeiten werden mittlerweile auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie ABM, Hilfe durch Arbeit etc. auf den Friedhöfen durchgeführt.

Im Falle des laufenden ABM-Projektes unterstützt die Stiftung alle Aktivitäten durch regelmäßige Beratungen von Seiten des Fachbeirates, der sich aus Fachleuten wie Denkmalpflegern, Landschaftsplanern und Kunsthistorikern zusammensetzt.

Trotz allem Engagement ist dem Verfall der unzähligen Denkmäler auf den historischen Friedhöfen kaum Einhalt zu gebieten.

Auch privates finanzielles Engagement für den Erhalt einzelner Grabstätten ist deshalb jederzeit willkommen und dringend notwendig. Neben Spenden ist die Übernahme von Grabpatenschaften möglich. Zudem kann das Nutzungsrecht einer historischen Grabstätte erworben werden.

80 Zeilen, 9 Absätze

3130 Zeichen (inkl. Leerzeichen)

-----------------------------------------------------

Für Bildmaterial und weitere Kontakte/ Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:

Yvonne Zimmerer

Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe

in Berlin- Brandenburg

c/o Atelier Fischer

Bergmannstr. 44

10961 Berlin-Kreuzberg

Tel.: 698 117-30

Mobil: 0160 - 91 91 19 88

Fax: 698 117-99

zimmerer@stiftung-historische-friedhoefe.de

www.stiftung-historische-friedhoefe.de