Im Auftrag der Evangelischen Kirchengemeinde Hl. Kreuz-Passion
läuft seit September diesen Jahres in Absprache mit der Denkmalpflege
ein ABM-Projekt zur "Inventarisierung und Sicherung historischer Grabstätten"
auf den Friedhöfen in der Bergmannstraße und am Halleschen
Tor in Berlin-Kreuzberg.
Das ABM-Team setzt sich aus einem leitenden Architekten,
je einem Dachdecker, Maurer und Stukkateur sowie drei Bauhelfern zusammen.
Neben der Instandsetzung und Reparatur der Friedhofsmauern stehen vor
allem Bestandssicherungsmaßnahmen an Mausoleen, Wandgräbern
und Erdbegräbnissen auf dem Programm: Es werden einfache Schutz-
bzw. Notdächer errichtet, umgefallene Grabsteine und Gitterumfassungen
aufgerichtet und gereinigt sowie Mauerwerk ausgebessert.
Auf beiden Kreuzberger Standorten befinden sich unzählige
historische Grabstätten von künstlerisch hohem Stellenwert,
welche die Begräbnisorte bedeutender - wenn auch heute oft vergessener-
Persönlichkeiten der Berliner Stadtgeschichte aus Wirtschaft, Politik,
Kultur und Wissenschaft markieren. So liegen auf den Kreuzberger Friedhöfen
der Augenarzt Carl F. von Graefe, nach welchem der Graefekiez benannt
ist, ebenso begraben, wie der Papierfabrikant Max Krause oder der Komponist
Felix Mendelssohn-Bartholdy.
Sofern es sich nicht um Ehrengräber handelt, deren
Erhalt und Pflege das Land Berlin sichert, sind diese Denkmäler zunehmend
vom Verfall bedroht. Mangelnde Sensibilität, Krieg und Teilung der
Stadt, Umwelteinflüsse, Vandalismus und mangelnde Pflege haben in
vielen Fällen tiefe Spuren an den Denkmälern hinterlassen.
In der Regel sind die Nutzungsrechte der Gräber
abgelaufen und Nachfahren, die für Erhalt und Pflege aufkommen könnten,
existieren nicht mehr. Somit befinden sich viele der historisch oder kunsthistorisch
wertvollen Grabstätten in der Obhut der Friedhofsträger, die
den Unterhalt auf Grund der sinkenden Bestattungszahlen und damit der
geringeren Einnahmen kaum mehr bestreiten können.
Ein großer Teil der bisher erfolgten Sicherungsmaßnahmen
auf historischen Friedhöfen in Berlin und Brandenburg wurde durch
die 1989 gegründete "Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin-Brandenburg" initiiert. Dabei wurden die Maßnahmen finanziell
gefördert durch Mittel der "Stiftung Deutsche Klassenlotterie", des
Landesdenkmalamtes und anderen öffentlichen Sonderprogrammen.
Als Ergänzung zu den restauratorischen Facharbeiten
werden mittlerweile auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen wie ABM,
Hilfe durch Arbeit etc. auf den Friedhöfen durchgeführt.
Im Falle des laufenden ABM-Projektes unterstützt
die Stiftung alle Aktivitäten durch regelmäßige Beratungen
von Seiten des Fachbeirates, der sich aus Fachleuten wie Denkmalpflegern,
Landschaftsplanern und Kunsthistorikern zusammensetzt.
Trotz allem Engagement ist dem Verfall der unzähligen
Denkmäler auf den historischen Friedhöfen kaum Einhalt zu gebieten.
Auch privates finanzielles Engagement für den Erhalt
einzelner Grabstätten ist deshalb jederzeit willkommen und dringend
notwendig. Neben Spenden ist die Übernahme von Grabpatenschaften
möglich. Zudem kann das Nutzungsrecht einer historischen Grabstätte
erworben werden.
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Für Bildmaterial und weitere Kontakte/ Informationen stehe ich Ihnen
gerne zur Verfügung:
Yvonne Zimmerer
Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe
in Berlin- Brandenburg
c/o Atelier Fischer
Bergmannstr. 44
10961 Berlin-Kreuzberg
Tel.: 698 117-30
Mobil: 0160 - 91 91 19 88
Fax: 698 117-99
zimmerer@stiftung-historische-friedhoefe.de
www.stiftung-historische-friedhoefe.de