2008/2009 – Projekt- und Tätigkeitsbericht der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe in Berlin-Brandenburg:

Als 2. BA im Jahre 2009 konnte die Stiftung auf dem Dorotheenstädtischen
Kirchhof in der Chausseestraße weitere Restaurierungs- und Sanierungsarbeiten
mit Mitteln des Bundesverwaltungsamtes, des Landesdenkmalamtes und Eigengeldern durchführen in Höhe von 203.000,00 Euro.
Es handelt sich um die Grabanlagen bekannter Persönlichkeiten, wie

  1. Mausoleum Friedrich Hitzig
  2. Grabanlage Hermann Bläser
  3. Grabanlage Karl August Clemens Klenze
  4. Grabanlage Johann Gottfried Schadow
  5. Grabanlage R.H.v. Hessenthal
  6. Grabanlage Albrecht Dietrich Schadow
  7. Grabanlage Eduard Hoffmann
  8. Grabanlage August Borsig

Das umfangreiche Restaurierungsprojekt ist auf drei Jahre angesetzt. Der Abschluss ist für 2010 vorgesehen. Insgesamt werden 569.000 EUR dafür veranschlagt.

Auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof, Großgörschenstr. 12-14 in Berlin-Schöneberg, kann mit finanzieller Beteiligung des  Landesdenkmalamtes, Eigenleistungen der Kirchhofs-verwaltung, Spenden und Drittmitteln der Anlieger ein weiterer Bauabschnitt „Wandgräber an der Westwand“ denkmalpflegerisch gesichert werden.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf 108 580 EUR.

Ein weiterer Bauabschnitt „Restaurierung des Mausoleums Strousberg“ auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof ist leider in seiner Finanzierung noch nicht gesichert, angeschriebene Stiftungen, die sich mit Eisenbahn u. ä. beschäftigen, haben leider einen abschlägigen Bescheid erteilt oder sich gar nicht geäußert.
Die Stiftung bemüht sich, andere Spender für die Abschlussmaßnahme zu gewinnen.

Restaurierung des Mausoleums Strousberg

Auf den Friedhöfen am Halleschen Tor
ist es gelungen, für das Mausoleum Prächtel durch einen Nachfahren und eine Zuwendung des Landesdenkmalamtes die Restaurierung in Höhe von 19.861,10 Euro durchzuführen.
 

Auf dem Friedhof Dreifaltigkeit II in der Bergmannstraße wird die Grabanlage des
Theologen Schleiermacher durch den Einsatz des Schauspielers Hans Jürgen Schatz mit einer Zuwendung des Landesdenkmalamtes und des Bezirksamtes, mit Mitteln unserer Landeskirche über Bischof Dr. Huber, der Humboldt-Gesellschaft über Präsident Prof. Markschies sowie Spenden eines Nachfahren, der beteiligten Firmen und des ehrenamtlich tätigen Architekten Schmidt- von Waldthausen restauriert. Die Kosten belaufen sich auf 17.828,00 Euro.
Herr Schatz hat bereits weitere Spenden akquiriert für die Restaurierung der Grabanlage Iffland, die 2010 beginnen soll.
Im Rahmen diesen Aktionen hat die Stiftung mit dem Verein „denk mal an berlin“ für künftige Projekte eine Zusammenarbeit vereinbart.

Auf dem Friedhof Dorotheenstadt I ist durch eine Spende des Familienverbandes von Delbrück die Restaurierung der Grabanlage des Staatsministers von Delbrück durchgeführt worden. Auch in diesem Fall erfolgte eine Bezuschussung durch das Landesdenkmalamt.

Die Arbeitsgruppe Friedhofsmuseum der Stiftung  beteiligt sich in Kooperation mit dem Paul-Singer-Verein auch weiterhin an der Konzeption zur Entwicklung des Friedhofs der Märzgefallenen in Berlin-Friedrichshain zu einem Denkmal von nationaler Bedeutung. Gefördert wird das Projekt mit 655 000 EUR von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin.
Parallel arbeitet die AG am Auf- und Ausbau des Stiftungsarchivs , insbesondere sollen die Inventarisierung und Sicherung historischer Fotos und Dokumente der Berliner Friedhöfe in Angriff genommen werden. Hierfür wird versucht, über eine Fördermaßnahme eine geeignete Mitarbeiterin zu gewinnen.

Als besonderes Ereignis ist auf das 20jährige Jubiläum der Stiftung hinzuweisen. Es wurde Juli in der Parochialkirche mit einem Gottesdienst, in dem Bischof Dr. Huber die Predig hielt, einem Empfang, einer Führung über den kleinen Parochialfriedhof am Kirchenforum sowie einem musikalischen Tagesausklang begangen.

Auf ein 100jähriges Bestehen blickt in diesem Jahr der Südwestkichhof in Stahnsdorf zurück. Auch hier hat sich die Stiftung an der Ausgestaltung der Feierlichkeiten beteiligt, und zwar mit der Konzeption einer Ausstellung und der Durchführung eines Symposiums zum Thema „Tod in der Großstadt“.

Wie in den vergangenen Jahren fanden auch wieder Führungen über Friedhöfe statt, die reges Interesse fanden.

Der Vorstand der Stiftung tagte im Berichtsjahr viermal.
Die Jahresrechnung 2008 wurde vom Kirchlichen Rechnungshof geprüft und führte zu keinerlei Beanstandungen.

Ausgaben im laufenden Stiftungshaushalt sind insbesondere angefallen für Öffentlichkeits-arbeit einschl. Führungen, Internetpflege und Raumnutzung für das Friedhofsarchiv in Höhe von 7.308,32 Euro. Für diesen Arbeitsbereich hatten die Stifter seinerzeit die jährlich zu zahlende Umlage in Höhe von  nunmehr 6.600,00 Euro zweckbestimmt.
Im Jahr 2009 wurde die Stiftung erstmalig mit anteiligen Kosten 2008 für die techn. Ausstattung im Ev. Kirchenforum in Höhe von 1.380,00 Euro belastet.
Raumkosten der Stiftung werden vom Kirchenkreis  getragen, ab 2010 im Haushalt der Stiftung aber nachgewiesen.
Über die Kosten für das 20jährige Stiftungsjubiläum 2009 und die Beteiligung  an den Kosten
für die Veranstaltungen auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf anl. des 100jährigen Bestehens
wird auf der nächsten Stifterversammlung berichtet. 
Da Überschüsse aus Vorjahren der „freien Rücklage“ zugeführt werden konnten, war die Stiftung in der Lage diese beiden Ereignisse mitzufinanzieren.
Der Vorstand dankt allen, die sich für die Stiftungsarbeit eingesetzt haben und weist erneut
darauf hin, dass alle Arbeit ehrenamtlich geschieht und die Kosten für den laufenden Betrieb
nur aus diesem Grund gering gehalten werden können.

Eine Aufstellung über die Kosten der einzelnen Restaurierungsprojekte ist diesem Bericht als Anlage beigefügt.

Aufgestellt von Yvonne Zimmerer und Gertrud Dailidow-Gock, Nov. 2009