Besucheranschrift:

Greifswalder Str. 229

10405 Berlin

Verwaltung:

Ev. Friedhöfe Friedrichshain / Prenzlauer Berg
Landsberger Allee 48/50

10249 Berlin

Fon: 030-49 85 38 50

Öffnungszeiten:

Januar+Dezember: täglich 8.00-16.00 Uhr
Februar+November: täglich 8.00-17.00 Uhr
März+Oktober: täglich 8.00-18.00 Uhr
April+September: täglich 8.00-19.00 Uhr
Mai-August: täglich 8.00-20.00 Uhr
Entstehungsjahr: 1814
Größe: 40.100 qm
Orientierung:
Stadtplanlink
 
Nahverkehr
 
mit Fahrrad

Der zweite Friedhof der Georgengemeinde - der erste von 1693 in der Kleinen Alexanderstr. wurde für den Kasernenbau durch Friedrich II. enteignet - weist ein Reihe bemerkenswerter Grabanlagen auf.

Wie der alte Friedhof der St. Marien- und Nikolaigemeinde wurde auch der 1814 angelegte Friedhof I der Georgen- Parochialgemeinde auf Beschluß des Magistrats im Jahre 1970 geschlossen. Nach Verhandlungen mit dem Berliner Senat wurde der Friedhof 1991 wieder eröffnet; seitdem finden dort Baumaßnahmen seitens der Senatsverwaltung zur Wiederinbetriebnahme einschließlich der Errichtung eines neuen Wirtschaftshofes statt.

Seit 2007 befindet sich im Neubau der Friedhofsverwaltung das Archiv der Stiftung Historische Kirchhöfe und Friedhöfe.

Aufgrund seiner Entwicklungsgeschichte teilt sich der Friedhof in verschiedene, baulich unterschiedliche Bereiche auf: Grabfelder mit zum Teil künstlerische wertvollen Einzelgrabstellen im Richtung Greifswalder Straße; im nördlichen und westlichen Bereich eine beträchtliche Anzahl von Wandgräbern und einige Mausoleen. Besonderes bemerkenswert das Mausoeum Zeitler samt Ausstattung und die vielgestaltigen schmiede- und gußeisernen Gittern der Grabeinfassungen, die teilweise in den Neunzigerjahren gesichert und konservatorisch behandelt wurden. Eine L- förmige Wandgrabreihe markiert die Grenze des Friedhofes vor der ersten Erweiterung; hier fanden hauptsächlich Maßnahmen der Denkmalpflege statt.

Im Rahmen der Arbeit der Stiftung fanden auf diesem Friedhof denkmalpflegerische Maßnahmen mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin statt.

Die interessantesten Grabmale sind im folgenden aufgelistet. Mit * gekennzeichnet sind Ehrengräber des Landes Berlin.

F. H. C. Alst neugotische Stele mit vergoldeter Engelsfigur im abschließenden Tabernakel, Eisenguss

Paul Bercht (1847-1899), Bankier, Grabwand mit Christusfigur von Adolf Brütt (vor 1900)

August Eduard Moritz Conrady, Kapellmeister, Komponist ("Berlin wie es weint und lacht")

Otto Dellschau († 1899), Commerzienrat; spätklassizistische dreiachsige Tempelfront

Erbbegräbnis Ende (1828), klassizistische Fassadenarchitektur, eines der ältesten erhaltenen Begräbnisse

Heinrich Heider (1839-1903), Jugendstilwandgrab, schwarzer Granit und grüner Labrador

Familie Jahn, Kalkstein-Bogenarchitektur

Gottlieb Ernst Kleinstüber (1773-1834), kgl.-preuß. Münzmechaniker; Trauernde, eine Urne bekränzend, aus vergoldetem Eisenkunstguss.
Lesen zu diesem Grabmal auch einen Artikel von Helmut Caspar.

Julius Pintsch († 1912), Industrieller, monumentale dorischen Tempelruine, Kalkstein

Erbbegräbnis Riedel (Erstbestattung 1861), weißer Marmorsarkophag, dessen Deckel von einem Engel emporgehoben wird, davor sitzend ein Todesgenius, von B. Schwand (1880/90)

F. E. Schlick (gest.† 1877), Engel (Marmor), eine Säule mit dem Medaillonbildnis des Verstorbenen bekränzend, signiert R. Walser (1890)

Franz Wallner (1810-1876), Schriftsteller, Schauspiler, Theaterdirektor; spätklassizistische Stele mit bronzenem Reliefbildnis von Rudolf Schweinitz (1876)

Mausoleum Zeitler: Carl Ludwig Zeitler (1835-1910), Architekt, ganitverkleideter Gruftbau (1871-1875).
An dem Mausoleum fanden 1997/98 Restaurierungsarbeiten statt.
Eine Inschrift der Steinmetzen berichtet über soziale Auseinandersetzungen. Lesen Sie dazu auch in dem Artikel von Helmut Caspar.

Johann August Zeune (1778-1853), Gründer der ersten Blindenschule Deutschlands, Autor blindenpädagogischer Schriften, Zelt S - Reihe 1 - 13*

Quellen:

Klaus Hammer: Historische Friedhöfe in Berlin. Berlin: Stattbuch-Verl., 1994