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Der Prominentenfriedhof an der Chausseestraße
hat neben den großen europäischen Namen der dort Bestatteten
auch zahlreiche kunsthistorisch bemerkenswerte Grabanlagen vorzuweisen
- von Künstlern europäischen Formats entworfen, von europaweit
agierenden Firmen hergestellt.
" Hier
befinden sich die letzten Ruhestätten vieler Persönlichkeiten
der berlinischen, preußischen und deutschen Geschichte.
Für die Gemeinden der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen
Kirche wurde 1763 der Acker hinter dem Oranienburger Tor als Begräbnisplatz
angelegt. Erste Bestattungen fanden im Jahre 1770 statt. Zwischen 1814
und 1826 wurde der Dorotheenstädtische Kirchhof dreimal erheblich
vergrößert. 1834 erwarben die Dorotheenstädtische Gemeinde
in der Liesenstraße (Wedding) und die Friedrichswerdersche Gemeinde
in der Bergmannstraße (Kreuzberg) neues Land. Diese beiden Kirchhöfe
bestehen noch heute und gehören den nach 1945 zusammengelegten Gemeinden.
In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Kirchhof an der
Chausseestraße zeitweise wegen Überfüllung geschlossen.
Als 1889 die angrenzende Hannoversche Straße verbreitert werden
sollte, wurden Teile des Geländes verkauft und die dort befindlichen
Grabstellen von Hegel, Fichte, Klenze und anderen an ihren jetzigen Ruheort
umgebettet. Durch die später eingeführte Feuerbestattung reichte
der vorhandene Platz nunmehr aus, zumal jetzt auch auf die beiden Kirchhöfe
in der Liesen- bzw. Bergmannstraße zurückgegriffen werden konnte.
Im zweiten Weltkrieg wurde der Dorotheenstädtische
Kirchhof stark zerstört. Seit 1950 pflegt und schützt die Denkmalpflege
die erhaltenswürdigen Grabmale. Außer der Dorotheenstädtischen
Gemeinde besaß noch die ehemalige Akademie der Künste der DDR
das Recht, hier Bestattungen vorzunehmen.
In dieser traditionellen Begräbnisstätte deutscher Künstler,
Gelehrter und Politiker ist die Berliner Grabmalkunst des 19. Jahrhunderts
fast vollständig vertreten. Eine Reihe von Grabmälern wurde
von bedeutenden Bildhauern und Baumeistern des preußischen Klassizismus
geschaffen, wie Schinkel, Schadow, Rauch und Tieck. "
Im
Rahmen der Arbeit der Stiftung fanden auf diesem Friedhof denkmalpflegerische
Maßnahmen mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie
Berlin statt.
Das Luther-Denkmal
Das Standbild auf dem Hauptweg wurde nach einem Modell
von Johann Gottfried Schadow dem Lutherstandbild in Wittenberg von 1821
nachgebildet. Die Marmorkopie auf dem Kirchhof führte 1909 Ernst
Waegener aus.
Das 2,20 Meter hohe Denkmal stand zunächst in der Dorotheenstädtischen
Kirche. Als diese im November 1943 von Bomben getroffen wurde und bis
auf die Grundmauern ausbrannte, war das Denkmal glücklicherweise
vorher gerettet worden. Es wurde in der St. Marienkirche nahe dem Alexanderplatz
zwischengelagert und steht seit 1975 auf diesem Kirchhof.
Eine
Auswahl historisch und kulturhistorisch interessanter Gräber ist
im folgenden aufgelistet:
( * - Ehrengrab des Landes Berlin. Eine Liste der
Ehrengräber des Landes Berlin finden Sie hier.)
A B C
D E F G H I J K L M
N O PQ R S T U V W X Y Z
Erich AHRENDT (1903-1984)
*
Lyriker, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, CUAK-1-2
Rudolf BAHRO(1935-1997)
Philosoph
Johannes R. BECHER (1891-1958) *
Dichter, Kulturpolitiker
Tritt als expressionistischer Dichter in die Literatur ein. Nach Exil
in der Sowjetunion Kulturminister in der DDR (1954/58). Bekannt durch
Gedichtsammlungen, Prosa (Roman "Abschied") und Dramatik ("Die
Winterschlacht").
Ruth BERGHAUS (1927-1996)
Regisseurin, Choreographin
Wilhelm BEUTH (1781-1853) *
Staatsbeamter
Gilt als "Vater der preußischen Industrie". Gründet
den Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes und 1821 die
Technische Gewerbeschule. Direktor der Bauakademie. Aus beiden entsteht
die TH Charlottenburg (1946 TU Berlin).
August BOECKH (1785-1867) *
Philologe und Historiker
Begründer der historischen Richtung in der Altertums-wissenschaft
und Schöpfer der wissenschaftlichen griechischen Epigraphik. Verhilft
der klassischen Philologie in Berlin (1811 Professur) zu internationaler
Geltung.
Dietrich BONHOEFFER (1906-1945)
Evangelischer Theologe
Studentenpfarrer in Berlin. Gründet 1933/34 mit Martin Niemöller
den Pfarrernotbund. Führender Kopf der Bekennenden Kirche. Aktiv
im Widerstand gegen Hitler. 1943 verhaftet; im April 1945 im KZ Flossenburg
gehängt. Gedenkstätte
August BORSIG (1804-1854)
Firmengründer |
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| Entwickelt aus einer
kleinen Schlosserwerkstatt (1837) die Borsigsche Eisengießerei
& Maschinenfabrik (Stammhaus gegenüber dem Friedhofseingang).
Wird mit dem Bau eigener Lokomotiven zum "Lokomotivenkönig
von Berlin". |
Bertolt BRECHT (1898-1956)
*
Dramatiker und Lyriker
Mit der "Dreigroschenoper" (Berlin 1928, Musik K.Weill) weltbekannt.
Nach Rückkehr aus dem Exil (u.a. USA) einer der erfolgreichsten Bühnenautoren
der Welt, z.B. "Der kaukasische Kreidekreis" und "Der aufhaltsame
Aufstieg des Arturo Ui". Gründer des Berliner Ensembles.
Arnolt BRONNEN (1895-1959)
Österreichischer Schriftsteller und Publizist
Mit spätexpressionistischen Dramen bekannt geworden. Wandelt sich
vom Parteigänger der Nazis zum Teilnehmer am bewaffneten antifaschistischen
Widerstand in Österreich. 1954 Autobiographie. Siedelt 1955 in die
DDR über.
Theodor BRUGSCH (1878-1963)
Arzt
Bedeutender Internist und Akademiker. Arbeitet auf den Gebieten der Herz-Kreislauf-
und Stoffwechselforschung. Wesentlich an der Wiedereröffnung der
Berliner Universität nach 1945 beteiligt. Direktor der Berliner
Charite.
Gottlieb Christian CANTIAN (1794-1866)
*
Steinmetz und Bildhauer
Unbesoldeter Stadtbaurat; Schöpfer der Granitschale vor dem Alten
Museum und der Friedenssäule auf dem heutigen Mehring-Platz. An Schinkelbauten
beteiligt.
Slatan DUDOW (1903-1963) *
Regisseur ("Kuhle Wampe"), CM-2-17/18
Paul DESSAU (1894-1979)
Komponist
Ab 1942 Zusammenarbeit mit Brecht; schreibt Bühnenmusiken u.a. zu
"Mutter Courage" und zeitgenössische Opern wie "Die
Verurteilung des Lukullus" und "Einstein". Musikerzieher.
Komponiert Massenlieder und Musik für Kinder.
Johannes DIECKMANN (1893-1969)
Politiker
Erster Präsident der Volkskammer der DDR. Mitbegründer der
LDPD. Auf dem Friedhof auch die Grabstätten von Vertretern der Blockparteien
in der ersten DDR-Regierung: Lothar Bolz (NDPD), Hans Loch (LDPD), '
Otto Nuschke (CDU).
Heinrich EHMSEN (1886-1964) *
Maler und Grafiker
Zeitkritische Arbeiten in leuchtenden Farben mit starker Dynamik in Linie
und Bildaufbau. 1932 Triptychon "Erschießung des Matrosen Egelhofer".
Baut 1945 die Hochschule der Künste in Berlin auf.
Hanns EISLER (1898-1962) *
Komponist
Gilt als einer der Hauptvertreter der modernen Musik (Schüler von
A. Schönberg). Zusammenarbeit mit Ernst Busch und Brecht. Schreibt
über 600 Lieder, auch Kantaten und Sinfonien sowie Musik zu rund
40 Filmen.
Erich ENGEL (1891-1966)
Regisseur
Inszeniert große Bühnenerfolge von Brecht: "Im Dickicht
der Städte", "Dreigroschenoper", "Mutter Courage"
u.a..Seit 1930 auch als Filmregisseur bekannt ("Pygmalion",
"Affaire Blum" u.a.).
Fritz ERPENBECK (1897-1975)
Schriftsteller, Publizist ("Roter Pfeffer", "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung",
"Das Wort")
Gemeinsam mit seiner Frau Edda Zinner.
Johann Gottlieb FICHTE (1762-1814)
*
Philosoph
Bedeutender Vertreter der klassischen deutschen Philosophie. Glühender
Verteidiger der Französischen Revolution.Verfechter der bürgerlichen
Ideen der Aufklärung. Erster gewählter Rektor der Berliner Universität
(1811/12).
Erich FRANZ (1903-1961)
Schauspieler
1951 von Brecht als Laienschauspieler an das Berliner Ensemble geholt.
Durch zahlreiche Theaterrollen und die Mitwirkung in Spielfilmen (oft
Arbeitergestalten) einer der populärsten Schauspieler der DDR.
René GRAETZ (1908 - 1974)
Bildhauer, Maler
Prof. Dr. Georg Ludwig HARTIG (1764-1837)*
Oberlandforstmeister, Chef der preußischen Forstverwaltung CB-2-1/2/3
John HEARTFIELD (1891-1968) *
Fotografiker
Entwickelt unter dem Einfluß des Dadaismus die Fotomontage zur eigenständigen
Kunstgattung. Wird als Buchillustrator des Malik-Verlages und Titelgestalter
der "Arbeiter-Illustrierten-Zeitung" weltberühmt.
Georg Wilhelm Friedrich HEGEL (1770-1831)
*
Philosoph
Bedeutendster Kopf der klassischen deutschen Philosophie.Übernimmt
1817 den Lehrstuhl von Fichte an der Berliner Universität. Rektor
1830. Analysiert in den "Vorlesungen über die Geschichte der
Philosophie" die bisherige Entwicklung des philosophischen Denkens.
Carl HESS (1874-1952)
Kunstreiter
Bekannter Hohe-Schule-Reiter im Zirkus Busch; in seiner artistischen Entwicklung
beeinflußt vom berühmtesten deutschen Kunstreiter jener Zeit,
Albert Schumann.
Stephan HERMLIN (1915-1997)
Schriftsteller
Wieland HERZFELDE (1896-1988) *
Verleger und Schriftsteller
Gründet 1917 zusammen mit seinem Bruder John Heartfield den alternativen
Malik-Verlag, den er in der Emigration bis 1939 weiterführt. Fördert
Literatur-Talente, macht neue Autoren der Weltliteratur in Deutschland
bekannt.
Erbbegräbnis der Familie HITZIG
Julius Eduard H. (1780-1849) Schriftsteller und Kriminalist. Friedrich
H. (1811-1881) Baumeister (u.a. Berliner Börse). Julius Eduard H.
(1838-1907) Professor der Psychatrie in Halle.
Friedrich HOFFMANN (1818-1900)
Ingenieur und Unternehmer
Erfinder des Ziegelringofens zum ununterbrochenen Betrieb bei der Zement-
und Ziegelherstellung. Macht sich um die Qualitätsprüfung von
Baumaterialien verdient.
August Wilhelm von HOFMANN (1818-1892) *
Chemiker
Erfinder der Anilinfarben. Beeinflußt durch sein Wirken nahezu alle
Gebiete der anorganischen Chemie. Gründet 1867 die Deutsche Chemische
Gesellschaft in Berlin.
Johann Georg HOSSAUER (1794-1874)
Hofgoldschmied
Führt in Deutschland Double, galvanische Vergoldung, Metalldruck
sowie das Walzen von Goldblech ein. Arbeitet u.a. nach Entwürfenvon
Schinkel, Stüler und Cornelius.
Wilhelm von HUFELAND (1762-1836) *
Arzt
Leibarzt des preußischen Königs, zuvor in Weimar (Patienten
u.a. Goethe und Schiller). Kommt 1800 an die Berliner Charite; erwirbt
sich Verdienste um die Einführung der Pockenschutzimpfung.
Lin JALDATI (1912-1988)
Tänzerin und Sängerin
Interpretin jiddischer Lieder, auch von zeitgenössischem Liedgut.
Überlebt Auschwitz und Bergen-Belsen. Seit 1945 mit eigenen Programmen
in Europa unterwegs. Übersiedelt 1952 mit ihrem Mann E. Rebling aus
den Niederlanden in die DDR.
Wolf KAISER (1916-1992)
Schauspieler (Volksbühne, Berliner Ensemble, Fernsehen)
Heinrich KILGER (1907-1970)
Bühnenbildner
Professor an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in
Berlin (seit 1947). Ab 1948 Bühnenbildner am Deutschen Theater; auch
Zusammenarbeit mit Brecht.
Willy A. KLEINAU (1907-1957)
Schauspieler
Wirkt bis 1949 als Schauspieler und Regisseur in Düsseldorf. Danach
Engagement am Berliner Ensemble. Höhepunkte seines Schaffens am Deutschen
Theater: Faust, Othello, Lear. Hauptdarsteller in zahlreichen Filmen.
Prof. Dr. Werner KRAUSS (1900-197)
Romanist, Dichter CAL-2R-48/49
Franz KRÜGER (1797-1857) *
Maler
Preußischer Hofmaler; Schöpfer von Pferde-und Kavalleriebildern.
Bei den Berlinern als "Pferdekrüger" bekannt. Berühmt
sein Gemälde "Parade auf dem Opernplatz".
Jürgen KYCZYNSKI (1904-1997)
Wirtschaftshistoriker, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler
Wolfgang LANGHOFF (1901-1966)
Schauspieler, Regisseur
Einer der großen Mimen und Regisseure der deutschen Theatergeschichte.
1933/34 KZ-Haft. Schweizer Exil, Schauspieler am Züricher Schauspielhaus.
1946-1963 Intendant des Deutschen Theaters in Berlin.
Ernst Theodor LITFASS (1816-1874) *
Buchdrucker
Erfinder der nach ihm benannten Anschlagsäulen für Ankündigungen
und Werbung (Litfaßsäule); erhält 1854 als Druckereibesitzer
die Konzession, 150 seiner Säulen in Berlin aufzustellen.
Heinrich Gustav MAGNUS (1802-1870)
*
Physiker
Professor an der Berliner Universität. Förderer der technischen
Physik. Richtet 1842 das erste physikalische Labor Deutschlands in seinem
Haus am Kupfergraben (Magnus-Haus) ein. Entdeckt den Magnus-Effekt.
Heinrich MANN (1871-1950) *
Romancier und Novellist
Hinterläßt 18 Romane - u.a. "Der Untertan", "Die
Jugend und Vollendung des Königs Henri Quatre" - sowie Dramen
und 70 Novellen. Stirbt im Exil in Santa Monica/ Kalifornien; sein Leichnam
wird nach Berlin übergeführt.
Herbert MARCUSE (1898-1979)
Philosoph, Mitgründern des Instituts für Sozialforschung in
Frankfurt/Main
Bernhard MINETTI (1905 - 1998)
Schauspieler
Friedrich Christian Adolph von
MOTZ (1775-1830)
Politiker |
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Reformierte als preußischer
Finanzminister die Finanzverwaltung. Mit dem Zollvertrag Preußens
mit Hessen-Darmstadt 1828 schuf er wichtige Voraussetzungen für
den deutschen Zollverein.
(Quelle für diesen biographischen Abschnitt: www.berlingeschichte.de) |
Heiner MÜLLER (1929-1995) *
Dramatiker, Regisseur, Intendant (Berliner Ensemble)
Christian Daniel RAUCH (1777-1857) *
Bildhauer
Schüler Schadows und mit ihm bedeutendster Bildhauer in der ersten
Hälfte des l9.Jahrhunderts. Schöpfer des Reiterstandbildes Friedrich II.
(Unter den Linden) und der Statuen preußischer Heerführer nahe
dem Kronprinzenpalais.
Rudolf WAGNER-REGENY (1903-1969)
Komponist
Internationale Bühnenerfolge mit den Opern "Der Günstling"(1935)
und "Die Bürger von Calais" (1939). Wird auch durch Ballettmusiken
bekannt. Später Rektor der Musikhochschule Rostock, Professor an
der Hochschule für Musik in Berlin.
Hans Jose REHFISCH (1891-1960) *
Dramatiker
In den 20er Jahren einer der meistgespielten deutschen Bühnenautoren.
Zusammenarbeit mit Piscator. 1933 verhaftet. Im Exil Mitarbeit an deutschsprachigen
Sendungen der BBC. Inszeniert seit 1957 seine Stücke in der DDR.
Carl Friedrich RUNGENHAGEN (1778-1851)
Komponist, Musikpädagoge
Nach dem Studium der Malerei Mitglied der Berliner Singakademie. Als
Nachfolger Zelters Direktor der Singakademie (1833). Komponiert Kirchenmusik,
u.a. Oratorien, Kantaten und Lieder.
Herbert SANDBERG (1908-1991)
Grafiker und Zeichner
Mitarbeiter an politischen und satirischen Zeitschriften. Künstlerische
Auseinandersetzung mit dem Faschismus nach Zuchthaus und KZ (1934-1945)
u.a. in einem Grafikzyklus über Buchenwald. Bekannt durch Künstlerporträts.
Gottfried SCHADOW (1764-1850) *
Bildhauer
Übernimmt mit knapp 25 Jahren das Amt des Hofbildhauers; entwickelt
sich schnell zum ersten Bildhauer des Landes. Schafft an die 300 Bildwerke,
darunter die Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Direktor der Kunstakademie.
Hermann SCHIEVELBEIN (1817-1867)
Bildhauer
Vertreter des Berliner Spätklassizismus in der Nachfolge von C.D.
Rauch. Seit 1860 Professor an der Kunstakademie. Gestaltet u.a. das Denkmal
des Freiherrn vom und zum Stein (Unter den Linden).
Karl Friedrich SCHINKEL (1781-1841) *
Architekt, Baumeister und Maler
Baumeister des preußischen Klassizismus (u. a. Altes Museum, Schauspielhaus,
Friedrichswerdersche Kirche -heute Schinkel-Museum). Universeller Künstler
von enormem Fleiß - auch als Maler, Bühnenbildner, Möbeldesigner.
Louis SCHWARTZKOPFF (1825-1882) *
Industrieller
Gründet 1852 in der Chausseestraße eine Gießerei- und
Maschinenfabrik (als "Berliner Maschinenbau AG" ab 1870 im Lokomotivbau
erfolgreich). Langjähriger Vorsitzender des Zentralverbandes Deutscher
Industrieller.
Anna SEGHERS (1900-1983) *
Schriftstellerin
Erzählerin von Weltruf. Internationaler Erfolg u.a. mit dem Roman
"Das siebte Kreuz", geschrieben 1942 im Exil, in Hollywood verfilmt.
Nach 1945 Mitbegründerin des Schriftstellerverbandes in Berlin.
Günther SIMON (1925-1972)
Filmschauspieler
Populärer Darsteller in DEFA- und Fernsehfilmen. Verkörperte
vorwiegend heroisierende Arbeiterfiguren.
Leo SPIES (1899-1965)
Komponist,. Dirigent, CM-1-28/29
Max SPITTA (1842-1902)
Baumeister
Seit 1872 Baumeister in Berlin. Prägt mit historistischen Entwürfen
und durch seine leitende Tätigkeit in Baukommissionen besonders die
Sakral-Architektur in der Hauptstadt (Erlöserkirche).
Johann Heinrich STRACK (1805-1880)
Baumeister
Als Nachfolger von Schinkel und Stüler einer der preußischen
Hofarchitekten. Lehrer an der Kunst- und Bauakademie. Baut u. a. die Siegessäule
und die Nationalgalerie, die Petri- und Andreaskirche.
Friedrich August STÜLER (1800-1865)*
Architekt der "Nach-Schinkel-Generation", Erbauer des Neuen
Museums im Bezirk Mitte, Oberbaurat CAL-1L.71/72
Johannes TRALOW (1882-1968)
Schriftsteller und Publizist, Regisseur
1914-1933 an verschiedenen deutschen Bühnen tätig. Lebt dann
zurückgezogen; schreibt unterhaltende historische Romane, u.a. die
Osmanische Tetralogie. Von 1951-1960 Präsident des Deutschen PEN-Zentrums
Ost und West.
Bodo UHSE (1904-1963) *
Schriftsteller
Seit 1927 Redakteur nazistischer Blätter; 1930 Bruch mit der NSDAP
und Kontakt zur KPD. Wirkt ab 1933 im Exil (Paris, Spanien, Mexiko). Rückkehr
1948. Romane mit autobiografischen Zügen, u.a. "Wir Söhne"
(1948).
Helene WEIGEL (1900-1971) *
Schauspielerin, Intendantin
Feiert ihre größten schauspielerischen Erfolge - so als legendär
gewordene Mutter Courage - im Berliner Ensemble, das sie mit Brecht
(seit 1928 mit ihm verheiratet) im November 1949 gründet und bis
zu ihrem Tode leitet.
Hedda ZINNER (1907-1994),
verehel. Erpenbeck (Pse. Elisabeth Frank, Hannchen
Losesam)
Schriftstellerin
Arnold ZWEIG (1887-1968) *
Schriftsteller
Beginnt in Berlin mit "Der Streit um den Sergeanten Grischa"
seinen großen Roman-Zyklus über den 1. Weltkrieg. Emigriert
1933 nach Palästina. Nach seiner Rückkehr nach Berlin (1948)
Präsident der Akademie der Künste (1950/53).
Quellen:
Der als Zitat gekennzeichnete Text eingangs und der
größte Teil der Namensliste mit den Kurzbiographien wurden
dem Faltblatt "Berlin Dorotheenstädtischer Kirchhof Chausseestraße
126", herausgegeben von der ev. Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen
Gemeinde und dem Luisenstädtischen
Bildungsvereins e.V. mit dessen freundlicher Genehmigung entnommen.
Redaktion: Heike Hauptmann, Helga Meyer, Dr. Volker Mörl, Angela
Nickel, Hans-Gert Schubert, Uwe Voigt
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