(für einen vergrößerten Plan auf das Bild klicken)

Besucheranschrift:

Chausseestr. 126

10115 Berlin

Verwaltung:

Liesenstraße 9

13355 Berlin

Öffnungszeiten:
Januar+Dezember: täglich 8.00-16.00 Uhr
Februar+November: täglich 8.00-17.00 Uhr
März+Oktober: täglich 8.00-18.00 Uhr
April+September: täglich 8.00-19.00 Uhr
Mai-August: täglich 8.00-20.00 Uhr

Entstehungsjahr: 1762/1763
Größe: 17.000 qm

Orientierung:
Stadtplanlink
 
Nahverkehr
 
mit Fahrrad

Der Prominentenfriedhof an der Chausseestraße hat neben den großen europäischen Namen der dort Bestatteten auch zahlreiche kunsthistorisch bemerkenswerte Grabanlagen vorzuweisen - von Künstlern europäischen Formats entworfen, von europaweit agierenden Firmen hergestellt.

" Hier befinden sich die letzten Ruhestätten vieler Persönlichkeiten der berlinischen, preußischen und deutschen Geschichte.
Für die Gemeinden der Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Kirche wurde 1763 der Acker hinter dem Oranienburger Tor als Begräbnisplatz angelegt. Erste Bestattungen fanden im Jahre 1770 statt. Zwischen 1814 und 1826 wurde der Dorotheenstädtische Kirchhof dreimal erheblich vergrößert. 1834 erwarben die Dorotheenstädtische Gemeinde in der Liesenstraße (Wedding) und die Friedrichswerdersche Gemeinde in der Bergmannstraße (Kreuzberg) neues Land. Diese beiden Kirchhöfe bestehen noch heute und gehören den nach 1945 zusammengelegten Gemeinden. In den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde der Kirchhof an der Chausseestraße zeitweise wegen Überfüllung geschlossen. Als 1889 die angrenzende Hannoversche Straße verbreitert werden sollte, wurden Teile des Geländes verkauft und die dort befindlichen Grabstellen von Hegel, Fichte, Klenze und anderen an ihren jetzigen Ruheort umgebettet. Durch die später eingeführte Feuerbestattung reichte der vorhandene Platz nunmehr aus, zumal jetzt auch auf die beiden Kirchhöfe in der Liesen- bzw. Bergmannstraße zurückgegriffen werden konnte.

Im zweiten Weltkrieg wurde der Dorotheenstädtische Kirchhof stark zerstört. Seit 1950 pflegt und schützt die Denkmalpflege die erhaltenswürdigen Grabmale. Außer der Dorotheenstädtischen Gemeinde besaß noch die ehemalige Akademie der Künste der DDR das Recht, hier Bestattungen vorzunehmen.
In dieser traditionellen Begräbnisstätte deutscher Künstler, Gelehrter und Politiker ist die Berliner Grabmalkunst des 19. Jahrhunderts fast vollständig vertreten. Eine Reihe von Grabmälern wurde von bedeutenden Bildhauern und Baumeistern des preußischen Klassizismus geschaffen, wie Schinkel, Schadow, Rauch und Tieck.
"

Im Rahmen der Arbeit der Stiftung fanden auf diesem Friedhof denkmalpflegerische Maßnahmen mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin statt.

 

Das Luther-Denkmal

Das Standbild auf dem Hauptweg wurde nach einem Modell von Johann Gottfried Schadow dem Lutherstandbild in Wittenberg von 1821 nachgebildet. Die Marmorkopie auf dem Kirchhof führte 1909 Ernst Waegener aus.
Das 2,20 Meter hohe Denkmal stand zunächst in der Dorotheenstädtischen Kirche. Als diese im November 1943 von Bomben getroffen wurde und bis auf die Grundmauern ausbrannte, war das Denkmal glücklicherweise vorher gerettet worden. Es wurde in der St. Marienkirche nahe dem Alexanderplatz zwischengelagert und steht seit 1975 auf diesem Kirchhof.

Eine Auswahl historisch und kulturhistorisch interessanter Gräber ist im folgenden aufgelistet:

( * - Ehrengrab des Landes Berlin. Eine Liste der Ehrengräber des Landes Berlin finden Sie hier.)

A B C D E F G H I J K L M N O PQ R S T U V W X Y Z

Erich AHRENDT (1903-1984) *
Lyriker, Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, CUAK-1-2

Rudolf BAHRO(1935-1997)
Philosoph

Johannes R. BECHER (1891-1958) *
Dichter, Kulturpolitiker
Tritt als expressionistischer Dichter in die Literatur ein. Nach Exil in der Sowjetunion Kulturminister in der DDR (1954/58). Bekannt durch Gedichtsammlungen, Prosa (Roman "Abschied") und Dramatik ("Die Winterschlacht").

Ruth BERGHAUS (1927-1996)
Regisseurin, Choreographin

Wilhelm BEUTH (1781-1853) *
Staatsbeamter
Gilt als "Vater der preußischen Industrie". Gründet den Verein zur Beförderung des Gewerbefleißes und 1821 die Technische Gewerbeschule. Direktor der Bauakademie. Aus beiden entsteht die TH Charlottenburg (1946 TU Berlin).

August BOECKH (1785-1867) *
Philologe und Historiker
Begründer der historischen Richtung in der Altertums-wissenschaft und Schöpfer der wissenschaftlichen griechischen Epigraphik. Verhilft der klassischen Philologie in Berlin (1811 Professur) zu internationaler Geltung.

Dietrich BONHOEFFER (1906-1945)
Evangelischer Theologe
Studentenpfarrer in Berlin. Gründet 1933/34 mit Martin Niemöller den Pfarrernotbund. Führender Kopf der Bekennenden Kirche. Aktiv im Widerstand gegen Hitler. 1943 verhaftet; im April 1945 im KZ Flossenburg gehängt. Gedenkstätte

August BORSIG (1804-1854)
Firmengründer
Entwickelt aus einer kleinen Schlosserwerkstatt (1837) die Borsigsche Eisengießerei & Maschinenfabrik (Stammhaus gegenüber dem Friedhofseingang). Wird mit dem Bau eigener Lokomotiven zum "Lokomotivenkönig von Berlin".

Bertolt BRECHT (1898-1956) *
Dramatiker und Lyriker
Mit der "Dreigroschenoper" (Berlin 1928, Musik K.Weill) weltbekannt. Nach Rückkehr aus dem Exil (u.a. USA) einer der erfolgreichsten Bühnenautoren der Welt, z.B. "Der kaukasische Kreidekreis" und "Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui". Gründer des Berliner Ensembles.

Arnolt BRONNEN (1895-1959)
Österreichischer Schriftsteller und Publizist
Mit spätexpressionistischen Dramen bekannt geworden. Wandelt sich vom Parteigänger der Nazis zum Teilnehmer am bewaffneten antifaschistischen Widerstand in Österreich. 1954 Autobiographie. Siedelt 1955 in die DDR über.

Theodor BRUGSCH (1878-1963)
Arzt
Bedeutender Internist und Akademiker. Arbeitet auf den Gebieten der Herz-Kreislauf- und Stoffwechselforschung. Wesentlich an der Wiedereröffnung der Berliner Universität nach 1945 beteiligt. Direktor der Berliner Charite.

Gottlieb Christian CANTIAN (1794-1866) *
Steinmetz und Bildhauer
Unbesoldeter Stadtbaurat; Schöpfer der Granitschale vor dem Alten Museum und der Friedenssäule auf dem heutigen Mehring-Platz. An Schinkelbauten beteiligt.

Slatan DUDOW (1903-1963) *
Regisseur ("Kuhle Wampe"), CM-2-17/18

Paul DESSAU (1894-1979)
Komponist
Ab 1942 Zusammenarbeit mit Brecht; schreibt Bühnenmusiken u.a. zu "Mutter Courage" und zeitgenössische Opern wie "Die Verurteilung des Lukullus" und "Einstein". Musikerzieher. Komponiert Massenlieder und Musik für Kinder.

Johannes DIECKMANN (1893-1969)
Politiker
Erster Präsident der Volkskammer der DDR. Mitbegründer der LDPD. Auf dem Friedhof auch die Grabstätten von Vertretern der Blockparteien in der ersten DDR-Regierung: Lothar Bolz (NDPD), Hans Loch (LDPD), ' Otto Nuschke (CDU).

Heinrich EHMSEN (1886-1964) *
Maler und Grafiker
Zeitkritische Arbeiten in leuchtenden Farben mit starker Dynamik in Linie und Bildaufbau. 1932 Triptychon "Erschießung des Matrosen Egelhofer". Baut 1945 die Hochschule der Künste in Berlin auf.

Hanns EISLER (1898-1962) *
Komponist
Gilt als einer der Hauptvertreter der modernen Musik (Schüler von A. Schönberg). Zusammenarbeit mit Ernst Busch und Brecht. Schreibt über 600 Lieder, auch Kantaten und Sinfonien sowie Musik zu rund 40 Filmen.

Erich ENGEL (1891-1966)
Regisseur
Inszeniert große Bühnenerfolge von Brecht: "Im Dickicht der Städte", "Dreigroschenoper", "Mutter Courage" u.a..Seit 1930 auch als Filmregisseur bekannt ("Pygmalion", "Affaire Blum" u.a.).

Fritz ERPENBECK (1897-1975)
Schriftsteller, Publizist ("Roter Pfeffer", "Arbeiter-Illustrierte-Zeitung", "Das Wort")
Gemeinsam mit seiner Frau Edda Zinner.

Johann Gottlieb FICHTE (1762-1814) *
Philosoph
Bedeutender Vertreter der klassischen deutschen Philosophie. Glühender Verteidiger der Französischen Revolution.Verfechter der bürgerlichen Ideen der Aufklärung. Erster gewählter Rektor der Berliner Universität (1811/12).

Erich FRANZ (1903-1961)
Schauspieler
1951 von Brecht als Laienschauspieler an das Berliner Ensemble geholt. Durch zahlreiche Theaterrollen und die Mitwirkung in Spielfilmen (oft Arbeitergestalten) einer der populärsten Schauspieler der DDR.

René GRAETZ (1908 - 1974)
Bildhauer, Maler

Prof. Dr. Georg Ludwig HARTIG (1764-1837)*
Oberlandforstmeister, Chef der preußischen Forstverwaltung CB-2-1/2/3

John HEARTFIELD (1891-1968) *
Fotografiker
Entwickelt unter dem Einfluß des Dadaismus die Fotomontage zur eigenständigen Kunstgattung. Wird als Buchillustrator des Malik-Verlages und Titelgestalter der "Arbeiter-Illustrierten-Zeitung" weltberühmt.

Georg Wilhelm Friedrich HEGEL (1770-1831) *
Philosoph
Bedeutendster Kopf der klassischen deutschen Philosophie.Übernimmt 1817 den Lehrstuhl von Fichte an der Berliner Universität. Rektor 1830. Analysiert in den "Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie" die bisherige Entwicklung des philosophischen Denkens.

Carl HESS (1874-1952)
Kunstreiter
Bekannter Hohe-Schule-Reiter im Zirkus Busch; in seiner artistischen Entwicklung beeinflußt vom berühmtesten deutschen Kunstreiter jener Zeit, Albert Schumann.

Stephan HERMLIN (1915-1997)
Schriftsteller

Wieland HERZFELDE (1896-1988) *
Verleger und Schriftsteller
Gründet 1917 zusammen mit seinem Bruder John Heartfield den alternativen Malik-Verlag, den er in der Emigration bis 1939 weiterführt. Fördert Literatur-Talente, macht neue Autoren der Weltliteratur in Deutschland bekannt.

Erbbegräbnis der Familie HITZIG
Julius Eduard H. (1780-1849) Schriftsteller und Kriminalist. Friedrich H. (1811-1881) Baumeister (u.a. Berliner Börse). Julius Eduard H. (1838-1907) Professor der Psychatrie in Halle.

Friedrich HOFFMANN (1818-1900)
Ingenieur und Unternehmer
Erfinder des Ziegelringofens zum ununterbrochenen Betrieb bei der Zement- und Ziegelherstellung. Macht sich um die Qualitätsprüfung von Baumaterialien verdient.

August Wilhelm von HOFMANN (1818-1892) *
Chemiker
Erfinder der Anilinfarben. Beeinflußt durch sein Wirken nahezu alle Gebiete der anorganischen Chemie. Gründet 1867 die Deutsche Chemische Gesellschaft in Berlin.

Johann Georg HOSSAUER (1794-1874)
Hofgoldschmied
Führt in Deutschland Double, galvanische Vergoldung, Metalldruck sowie das Walzen von Goldblech ein. Arbeitet u.a. nach Entwürfenvon Schinkel, Stüler und Cornelius.

Wilhelm von HUFELAND (1762-1836) *
Arzt
Leibarzt des preußischen Königs, zuvor in Weimar (Patienten u.a. Goethe und Schiller). Kommt 1800 an die Berliner Charite; erwirbt sich Verdienste um die Einführung der Pockenschutzimpfung.

Lin JALDATI (1912-1988)
Tänzerin und Sängerin
Interpretin jiddischer Lieder, auch von zeitgenössischem Liedgut. Überlebt Auschwitz und Bergen-Belsen. Seit 1945 mit eigenen Programmen in Europa unterwegs. Übersiedelt 1952 mit ihrem Mann E. Rebling aus den Niederlanden in die DDR.

Wolf KAISER (1916-1992)
Schauspieler (Volksbühne, Berliner Ensemble, Fernsehen)

Heinrich KILGER (1907-1970)
Bühnenbildner
Professor an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin (seit 1947). Ab 1948 Bühnenbildner am Deutschen Theater; auch Zusammenarbeit mit Brecht.

Willy A. KLEINAU (1907-1957)
Schauspieler
Wirkt bis 1949 als Schauspieler und Regisseur in Düsseldorf. Danach Engagement am Berliner Ensemble. Höhepunkte seines Schaffens am Deutschen Theater: Faust, Othello, Lear. Hauptdarsteller in zahlreichen Filmen.

Prof. Dr. Werner KRAUSS (1900-197)
Romanist, Dichter CAL-2R-48/49

Franz KRÜGER (1797-1857) *
Maler
Preußischer Hofmaler; Schöpfer von Pferde-und Kavalleriebildern. Bei den Berlinern als "Pferdekrüger" bekannt. Berühmt sein Gemälde "Parade auf dem Opernplatz".

Jürgen KYCZYNSKI (1904-1997)
Wirtschaftshistoriker, Wirtschafts- und Gesellschaftswissenschaftler

Wolfgang LANGHOFF (1901-1966)
Schauspieler, Regisseur
Einer der großen Mimen und Regisseure der deutschen Theatergeschichte. 1933/34 KZ-Haft. Schweizer Exil, Schauspieler am Züricher Schauspielhaus. 1946-1963 Intendant des Deutschen Theaters in Berlin.

Ernst Theodor LITFASS (1816-1874) *
Buchdrucker
Erfinder der nach ihm benannten Anschlagsäulen für Ankündigungen und Werbung (Litfaßsäule); erhält 1854 als Druckereibesitzer die Konzession, 150 seiner Säulen in Berlin aufzustellen.

Heinrich Gustav MAGNUS (1802-1870) *
Physiker
Professor an der Berliner Universität. Förderer der technischen Physik. Richtet 1842 das erste physikalische Labor Deutschlands in seinem Haus am Kupfergraben (Magnus-Haus) ein. Entdeckt den Magnus-Effekt.

Heinrich MANN (1871-1950) *
Romancier und Novellist
Hinterläßt 18 Romane - u.a. "Der Untertan", "Die Jugend und Vollendung des Königs Henri Quatre" - sowie Dramen und 70 Novellen. Stirbt im Exil in Santa Monica/ Kalifornien; sein Leichnam wird nach Berlin übergeführt.

Herbert MARCUSE (1898-1979)
Philosoph, Mitgründern des Instituts für Sozialforschung in Frankfurt/Main

Bernhard MINETTI (1905 - 1998)
Schauspieler

Friedrich Christian Adolph von MOTZ (1775-1830)
Politiker
Reformierte als preußischer Finanzminister die Finanzverwaltung. Mit dem Zollvertrag Preußens mit Hessen-Darmstadt 1828 schuf er wichtige Voraussetzungen für den deutschen Zollverein.
(Quelle für diesen biographischen Abschnitt: www.berlingeschichte.de)

Heiner MÜLLER (1929-1995) *
Dramatiker, Regisseur, Intendant (Berliner Ensemble)

Christian Daniel RAUCH (1777-1857) *
Bildhauer
Schüler Schadows und mit ihm bedeutendster Bildhauer in der ersten Hälfte des l9.Jahrhunderts. Schöpfer des Reiterstandbildes Friedrich II. (Unter den Linden) und der Statuen preußischer Heerführer nahe dem Kronprinzenpalais.

Rudolf WAGNER-REGENY (1903-1969)
Komponist
Internationale Bühnenerfolge mit den Opern "Der Günstling"(1935) und "Die Bürger von Calais" (1939). Wird auch durch Ballettmusiken bekannt. Später Rektor der Musikhochschule Rostock, Professor an der Hochschule für Musik in Berlin.

Hans Jose REHFISCH (1891-1960) *
Dramatiker
In den 20er Jahren einer der meistgespielten deutschen Bühnenautoren. Zusammenarbeit mit Piscator. 1933 verhaftet. Im Exil Mitarbeit an deutschsprachigen Sendungen der BBC. Inszeniert seit 1957 seine Stücke in der DDR.

Carl Friedrich RUNGENHAGEN (1778-1851)
Komponist, Musikpädagoge
Nach dem Studium der Malerei Mitglied der Berliner Singakademie. Als Nachfolger Zelters Direktor der Singakademie (1833). Komponiert Kirchenmusik, u.a. Oratorien, Kantaten und Lieder.

Herbert SANDBERG (1908-1991)
Grafiker und Zeichner
Mitarbeiter an politischen und satirischen Zeitschriften. Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Faschismus nach Zuchthaus und KZ (1934-1945) u.a. in einem Grafikzyklus über Buchenwald. Bekannt durch Künstlerporträts.

Gottfried SCHADOW (1764-1850) *
Bildhauer
Übernimmt mit knapp 25 Jahren das Amt des Hofbildhauers; entwickelt sich schnell zum ersten Bildhauer des Landes. Schafft an die 300 Bildwerke, darunter die Quadriga auf dem Brandenburger Tor. Direktor der Kunstakademie.

Hermann SCHIEVELBEIN (1817-1867)
Bildhauer
Vertreter des Berliner Spätklassizismus in der Nachfolge von C.D. Rauch. Seit 1860 Professor an der Kunstakademie. Gestaltet u.a. das Denkmal des Freiherrn vom und zum Stein (Unter den Linden).

Karl Friedrich SCHINKEL (1781-1841) *
Architekt, Baumeister und Maler
Baumeister des preußischen Klassizismus (u. a. Altes Museum, Schauspielhaus, Friedrichswerdersche Kirche -heute Schinkel-Museum). Universeller Künstler von enormem Fleiß - auch als Maler, Bühnenbildner, Möbeldesigner.

Louis SCHWARTZKOPFF (1825-1882) *
Industrieller
Gründet 1852 in der Chausseestraße eine Gießerei- und Maschinenfabrik (als "Berliner Maschinenbau AG" ab 1870 im Lokomotivbau erfolgreich). Langjähriger Vorsitzender des Zentralverbandes Deutscher Industrieller.

Anna SEGHERS (1900-1983) *
Schriftstellerin
Erzählerin von Weltruf. Internationaler Erfolg u.a. mit dem Roman "Das siebte Kreuz", geschrieben 1942 im Exil, in Hollywood verfilmt. Nach 1945 Mitbegründerin des Schriftstellerverbandes in Berlin.

Günther SIMON (1925-1972)
Filmschauspieler
Populärer Darsteller in DEFA- und Fernsehfilmen. Verkörperte vorwiegend heroisierende Arbeiterfiguren.

Leo SPIES (1899-1965)
Komponist,. Dirigent, CM-1-28/29

Max SPITTA (1842-1902)
Baumeister
Seit 1872 Baumeister in Berlin. Prägt mit historistischen Entwürfen und durch seine leitende Tätigkeit in Baukommissionen besonders die Sakral-Architektur in der Hauptstadt (Erlöserkirche).

Johann Heinrich STRACK (1805-1880)
Baumeister
Als Nachfolger von Schinkel und Stüler einer der preußischen Hofarchitekten. Lehrer an der Kunst- und Bauakademie. Baut u. a. die Siegessäule und die Nationalgalerie, die Petri- und Andreaskirche.

Friedrich August STÜLER (1800-1865)*
Architekt der "Nach-Schinkel-Generation", Erbauer des Neuen Museums im Bezirk Mitte, Oberbaurat CAL-1L.71/72

Johannes TRALOW (1882-1968)
Schriftsteller und Publizist, Regisseur
1914-1933 an verschiedenen deutschen Bühnen tätig. Lebt dann zurückgezogen; schreibt unterhaltende historische Romane, u.a. die Osmanische Tetralogie. Von 1951-1960 Präsident des Deutschen PEN-Zentrums Ost und West.

Bodo UHSE (1904-1963) *
Schriftsteller
Seit 1927 Redakteur nazistischer Blätter; 1930 Bruch mit der NSDAP und Kontakt zur KPD. Wirkt ab 1933 im Exil (Paris, Spanien, Mexiko). Rückkehr 1948. Romane mit autobiografischen Zügen, u.a. "Wir Söhne" (1948).

Helene WEIGEL (1900-1971) *
Schauspielerin, Intendantin
Feiert ihre größten schauspielerischen Erfolge - so als legendär gewordene Mutter Courage - im Berliner Ensemble, das sie mit Brecht (seit 1928 mit ihm verheiratet) im November 1949 gründet und bis zu ihrem Tode leitet.

Hedda ZINNER (1907-1994), verehel. Erpenbeck (Pse. Elisabeth Frank, Hannchen Losesam)
Schriftstellerin

Arnold ZWEIG (1887-1968) *
Schriftsteller
Beginnt in Berlin mit "Der Streit um den Sergeanten Grischa" seinen großen Roman-Zyklus über den 1. Weltkrieg. Emigriert 1933 nach Palästina. Nach seiner Rückkehr nach Berlin (1948) Präsident der Akademie der Künste (1950/53).

Quellen:

Der als Zitat gekennzeichnete Text eingangs und der größte Teil der Namensliste mit den Kurzbiographien wurden dem Faltblatt "Berlin Dorotheenstädtischer Kirchhof Chausseestraße 126", herausgegeben von der ev. Dorotheenstädtischen und Friedrichswerderschen Gemeinde und dem Luisenstädtischen Bildungsvereins e.V. mit dessen freundlicher Genehmigung entnommen.
Redaktion: Heike Hauptmann, Helga Meyer, Dr. Volker Mörl, Angela Nickel, Hans-Gert Schubert, Uwe Voigt